Archiv des Autors: Hannes Griepentrog

Social Networking wird erwachsen: Die ersten Stunden mit Google+

Seit gestern früh darf ich dank der Einladung von Frederic auch auf dem neuen Social-Network-Spielplatz mitspielen: Bei Google+.

Man mag es nun schon vermessen finden, wenn ein Konkurrent – selbst wenn er Google heißt – meint, neu in einen Markt einsteigen zu müssen, der sich in den letzten Jahren mehr und mehr zum Quasi-Monopolisten Facebook hinentwickelt hat. Oder, anders ausgedrückt:

Google-Plus-Eintrag von Christian Heller (plomlompom): "Also ich glaub ja, mit diesem Dienst hat Google eine echte Chance, MySpace das Fürchten zu lehren."

(Quelle)

Auf den ersten Blick könnte man Google+ tatsächlich für einen Facebook-Klon halten, der „Gefällt mir“ durch „+1″ ersetzt und ein bisschen weniger blau gefärbt ist. So einfach ist es jedoch nicht.

Microblogging mit Kommentaren

Google+ zu eigen sind nicht nur die groß beworbenen Circles, Hangouts und Sparks. Es unterscheidet sich in einem (hier stimme ich Mario Sixtus zu) ganz zentralen Punkt von Facebook: Der Asymmetrie der Beziehungen. Man muss also nicht gegenseitig „befreundet“ sein, um die Beiträge von jemandem in seinem Stream zu sehen, sondern kann – ähnlich wie bei Twitter – jemandem folgen (im G+-Slang: Jemanden zu seinen „Kreisen“ hinzufügen), derjenige wird darüber benachrichtigt und kann dann selbst entscheiden, ob er seinerseits zurückfolgen will.

Screenshot: Facebook-Profil von Hannes GriepentrogDamit verbindet Google+ die Vorteile eines sozialen Netzwerks mit dem Microblogging, wie wir es von Twitter kennen. So habe ich beispielsweise den eben erwähnten Mario Sixtus „eingezirkelt“, weil ich mich für seine Meinungen interessiere (weswegen ich ihm auch bei Twitter folge und seinen Blog lese) ohne dass zwischen uns eine hinreichende Beziehung für eine Facebook-Freundschaft bestünde oder ich erwarten würde, dass er mir bei Twitter oder Google+ „zurückfolgt“. Somit eignet sich Google+ deutlich besser, wenn man nicht nur Belanglosigkeiten unter Bekannten austauschen, sondern Meinungen verbreiten und Diskussionen führen möchte. In Facebook bekommt man solche asymmetrischen Beziehungen nur auf dem Umweg über „Seiten“ (hat dann aber wieder das Problem, entscheiden zu müssen, welchen Inhalt man als Person und welchen als Seite teilt).

(Einschub: Symptomatisch für die gewollte Belanglosigkeit der Facebook-Kommunikation ist ja bereits die Frage „Was machst du gerade?“ im Eingabefeld für Statusupdates. Twitter macht hier mit „Was gibt’s neues?“ schon eher deutlich, dass der Austausch von Information erwartet wird. Bei Google+ heißt es bisher trocken „Einen neuen Beitrag erstellen“.)

Im Vergleich zu Twitter besteht dagegen der Vorteil, dass die 140-Zeichen-Grenze – die eine ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung nicht gerade erleichtert – entfällt und dass durch die Form „Status plus Kommentare“ (statt der dezentralen Option mit Tweet und verteilten Replies) Diskussionen auch für Dritte gut nachvollziehbar bleiben. Dagegen ist es bei Twitter – trotz Verbesserungen in den letzten Monaten – nach wie vor schwer, Diskussionsstränge auch nur annähernd zusammenzubekommen, wenn man nicht allen beteiligten Personen folgt.

Google+ hat also allein dadurch das Potenzial, im „ernsthafteren“ Bereich, in dem es nicht nur um den persönlichen Plausch, sondern um das Vertreten von Positionen und das Verbreiten von Meinungen geht, stärker Fuß zu fassen. Eben ein echtes Microblogging, das zentral auf einer Plattform abläuft, aber im Gegensatz zu Twitter auch Kommentare und Diskussionen erlaubt. Zumindest bisher wird der Aspekt der Seriosität auch durch das Fehlen von Spielen und „lustigen“ Apps unterstützt – hoffen wir, dass das noch ein bisschen so bleibt ;)

Circles

Screenshot: Übersicht "Kreise" bei Google+Was ist jetzt aber, wenn ich gar nicht möchte, dass jeder liest, was ich schreibe? Auch dafür ist Google+ hervorragend geeignet. Es unterstützt einerseits die Option, Beiträge bewusst als „öffentlich“ zu deklarieren und allen Interessierten zugänglich zu machen. Andererseits kann ich selbst niemandem folgen, ohne ihn in einen „Circle“ oder „Kreis“ einzuordnen. Diese entsprechen den Listen bei Facebook, welche dort aber eher ein Nischendasein führen (was wohl auch so bleiben wird, obwohl die Funktion bereits von den Facebook-Entwicklern geklaut über die Facebook-API implementiert wurde).

So entscheide ich bei Google+ ganz bewusst, wann ich etwas möglichst vielen Menschen schreiben will (so wie es ja auch bei Twitter der Standard ist), wann „meinen Kreisen“ (also den Menschen, denen ich folge – da sie es faktisch nur lesen, wenn sie mir zurückfolgen, entspricht das ungefähr der symmetrischen Struktur der Facebook-Freundschaften) oder eben nur bestimmten Kreisen (etwa dem Stammtisch, aber nicht den Arbeitskollegen). Das ist zwar bei Facebook über Listen auch möglich, aber nicht unbedingt übersichtlich.

Zudem werden die Kreise, in die man jemanden sortiert hat, auch direkt im Profil groß angezeigt. Da ich mich häufiger frage, woher ich jemanden genau kenne (mir aber die Listen bei der Zuordnung helfen würden) ist das für mich ein weiterer entscheidender Vorteil gegenüber Facebook.

Hangouts, Sparks & Co.

Die weiteren Funktionen habe ich bisher noch nicht vertieft benutzt. Bei Sparks handelt es sich um eine Art News- und Blogsuche zu bestimmten Themengebieten, bei Hangouts um einen Videochat für mehrere Personen. Und Huddle ist wohl auch irgend so ein Chat-Ding, das mit Android zusammenhängt.

Was noch fehlt

Screenshot: Ausschnitt von Google+ zur Auswahl eines Kreises für den StreamWas ich noch sehr vermisse, sind so etwas wie „Meta-Kreise“, also Kreise von Kreisen. Ich brauche einerseits die feinkörnigen kleinen „Kreise“, um Leute einordnen zu können und auch um beispielsweise auf einen Blick zu sehen, wie gerade die Stimmung unter den SPD-Anhängern ist, denen ich folge (der Anteil der verfolgten / befreundeten Parteiaktivisten ist bei mir in allen sozialen Netzwerken relativ hoch, daher habe ich auch entsprechende Listen angelegt). Andererseits wäre es geschickt, wenn ich sowohl für meine Stream als auch für die Empfänger mit einem Klick mehrere bestimmte Kreise auf einmal auswählen könnte, die mich besonders interessieren oder zu denen ich besonders häufig kommunizieren möchte.

Das zweite, was bisher noch kein großes Problem ist, aber mit zunehmender Nutzerzahl interessant werden wird, ist die Übersichtlichkeit im  Stream allgemein. Wenn ich nachmittags nach Hause komme und mich an den PC setze, überfliege ich bisher zuerst die „Hauptmeldungen“ bei Facebook, bevor ich mich den „Neuesten Meldungen“ zuwende. So habe ich schonmal die am häufigsten geteilten Zeitungsartikel und die wichtigsten Neuerungen in meinem Bekanntenkreis erfahren, bevor ich mich (je nach zur Verfügung stehender Zeit) mehr oder weniger intensiv dem Echtzeit-Stream zuwende. Das fehlt mir auch bei Twitter sehr. Listen / Kreise schaffen ein wenig Abhilfe, das Problem hat Facebook bisher aber besser gelöst.

Andere Meinungen

Ich habe mich auf einige wenige, für mich wichtige Aspekte von Google+ beschränkt. Daher ein paar Empfehlungen zum Weiterlesen:

schließlich ist bisher noch kein großes Social Network gestartet, das darauf hoffen konnte, über ein anderes Social Network von User zu User weiterempfohlen zu werden.

In diesem Sinne, wie gestern auch schon einer meiner Schüler sagte:

Facebook ist doch so 2010!

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Im Test: McDonald’s Just Stevinho

Verpackung "Just Stevinho" geschlossen

Nach dem Test des N.Y. Cheesebeef letzte Woche habe ich mir heute in der Mittagspause den Sieger des „Mein Burger“-Wettbewerbs vorgenommen: Der Burger von Steve Krömer, ganz unbescheiden „Just Stevinho“ genannt, konnte von den fünf Finalisten die meisten Stimmen auf sich vereinen. Vorweg: Nicht ganz zu Unrecht.

Verpackung und Ersteindruck („Unboxing“)

"Just Stevinho" von der Seite

Offenbar war ursprünglich auch geplant, den Gewinner in der ersten der fünf Aktionswochen laufen zu lassen: Die Verpackung spricht noch von „präsentieren wir zum Auftakt…“.

Der erste Eindruck ist gut: Rucola und Gurken versprechen Frische (ich bin ohnehin ein großer Freund von Salatgurken auf Burgern, im Vergleich zu den üblichen Essiggurken wirkt das Ergebnis deutlich interessanter) und gegen ein Stück paniertes Hähnchen lässt sich ja auch nichts einwenden. Auch optisch ist der Burger durchaus ansprechend.

Aufbau

"Just Stevinho" geöffnetVon oben nach unten laut Zutatenliste:

  • Hamburger Royal Brötchen
  • Kräuter-Sauce
  • Salatgurke
  • Rucolasalat
  • Emmentaler Käse
  • Hähnchenfleisch paniert
  • Hamburger Royal Brötchen

Allerdings scheinen die Burgermacher am Stuttgarter Hauptbahnhof eine der Zutaten vergessen zu haben: Käse konnte ich auf dem Burger keinen finden…

Handhabung

Im Gegensatz zur Vorwoche gibt es zur Handhabung keine Kritik: Bei paniertem Hähnchenfleisch tropft eben kein Fett und die Sauce war in genau der richtigen Menge aufgetragen: So, dass nichts raustropft, sie aber geschmacklich gut herauskommt.

Geschmack

"Just Stevinho" angebissenDamit sind wir auch schon beim wichtigsten Punkt angekommen: Der Burger schmeckt alles in allem sehr gefällig. Die einzelnen Komponenten harmonieren sehr gut, durch Kräutersauce, Rucola und Gurken wirkt er ein Stück frischer als ein normaler McChicken. Der Käse, wäre er denn vorhanden gewesen, hätte sicher auch gut gepasst ;-) Allerdings ist der Stevinho geschmacklich auch nicht so arg weit vom McChicken entfernt.

Fazit

Der Just Stevinho ist ein solider Burger, dessen Sieg durchaus vertretbar ist, aber nichts spektakuläres. Eben ein McChicken, der in einigen entscheidenden Details verbessert wurde. Da gibts nichts zu meckern – sympathischer war mir aber (trotz der schlechteren Gesamtwertung) der N.Y. Cheesebeef von letzter Woche: Einfach weil der Burgerbastler dort den Mut hatte, möglichst viel Zeug zwischen zwei Brötchenhälften zu klatschen und ein schön fettiges Stück Burger zu erschaffen. Der Versuch war eben nur nicht hundertprozentig erfolgreich – im Gegensatz zum heutigen Burger, bei dem wenig riskiert, aber auch kein Fehler gemacht wurde.

Gesamtnote: 2+

Der Just Stevinho ist noch bis zum 6. Juli bei McDonald’s erhältlich. Danach erwartet uns für eine Woche der McBrezel, der unter Anderem mit Bayerischem Leberkäse, Bergkäse und Röstzwiebeln überzeugen möchte.

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Im Test: McDonald’s N.Y. Cheesebeef

Verpackung "N.Y. Cheesebeef" geschlossen

Seit dem 22. und noch bis zum 29. Juli ist bei McDonald’s der erste Burger der „Mein Burger“-Reihe verfügbar. McDonald’s Deutschland hatte über seine Internetseite dazu aufgerufen, aus vorgegebenen Zutaten (und unter relativ engen Beschränkungen der Zutatenanzahl) seinen eigenen Burger zusammenzustellen. Die Ergebnisse konnten direkt online bewertet werden. Die fünf Finalisten sind nun alle jeweils eine Woche bei McDonald’s käuflich zu erwerben.

Grund genug, meine alte Tradition der Burgertests wieder aufleben zu lassen.

Verpackung und Ersteindruck („Unboxing“)

Die Kartonverpackung des N.Y. Cheesebeef wirkt durch ihre geriffelte Struktur verhältnismäßig wertig. Die Packung ist großzügig dimensionert – wohl deswegen, weil auch der Big Flavour in Woche fünf die gleiche Packung nutzt: Der Burger in der Größenordnung des Big Tasty ist bereits mit auf der Packung aufgedruckt.

Optisch wirkt der Burger auf den ersten Blick etwas befremdlich: Der Durch"N.Y. Cheesebeef" von schräg obenmesser der Fleisch-Patties liegt über dem Durchmesser des Brötchens, was bereits auf Schwierigkeiten in der Handhabung hindeutet.

Aufbau

"N.Y. Cheesebeef" von der SeiteVon oben nach unten laut Zutatenliste:

  • Hamburger Royal Brötchen
  • Rauchige Tomatensauce
  • Honig-Senf-Sauce
  • Batavia-Salat
  • Karamellisierte Zwiebeln
  • Cheddarkäse
  • Rindfleisch mittel
  • Cheddarkäse
  • Rindfleisch mittel
  • Hamburger Royal Brötchen

Dass zwei verschiedene Saucen in dem Burger verbaut sind, sieht man dem Ergebnis allerdings nicht an: Sie verbinden sich offenbar zu einer tomatigen, leicht scharfen Pampe. Die karamellisierten Zwiebeln sehen wie zu erwarten auch nicht ganz so prickelnd aus wie auf der McDonald’s-Homepage, sie fühlen sich beim Essen komisch an – und auch geschmacklich könnte man sie vermutlich weglassen, ohne großen Schaden anzurichten.

Handhabung

Wie bereits beim Auspacken vermutet, zeigt der Burger hier seine erste Schwäche. Neben den großen Fleischstücken erschwert auch die Menge an Sauce das Handling des Burgers. Außerdem ist der Burger verhältnismäßig fettig. Also: Nicht unbedingt für den Drive-In geeignet, sondern eher für Situationen, in denen man sich danach die Hände waschen kann.

Geschmack

"N.Y. Cheesebeef" angebissenDurch die leichte Schärfe wirkt die Sauce nicht uninteressant, allerdings ist der Geschmackseindruck recht schwer zu greifen – ich weiß nicht, ob die Honig-Senf-Sauce dem Gesamteindruck wirklich gut getan hat. Ähnliches gilt wie oben geschrieben für die karamellisierten Zwiebeln. Dennoch ist der Eindruck insgesamt positiv – durch die Menge an Fleisch und die beiden Käsescheiben handelt es sich eben weniger um einen besonders feinen oder durchdachten, sondern eher um einen intensiven Geschmack.

Fazit

Die „Mein Burger“-Reihe beginnt mit einem verhältnismäßig klassischen Burger, der mit der Saucenkombination interessante Akzente setzt. Geschmacklich ist er damit durchaus im positiven Bereich, Schwächen zeigt er eher in der Handhabung.

Gesamtnote: 2-3

Der N.Y. Cheesebeef ist noch bis morgen (29.06.) bei McDonald’s erhältlich. In der Woche vom 30.06. bis 06.07. gibt es den Just Stevinho, der sich im Finale des „Mein Burger“-Wettbewerbs durchsetzen konnte.

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Am Nadelöhr

Stocherkähne am Nadelöhr während des Stocherkahnrennens in Tübingen 2011
Album bei Flickr

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StZ, StN und S21

Dass die Stuttgarter Zeitung (StZ) dem Projekt Stuttgart 21 etwas kritischer gegenübersteht als ihr Schwesterblatt, die Stuttgarter Nachrichten (StN), ist zumindest keine ganz neue Vermutung. Nicht falsch verstehen: Keines von beiden ist ein richtiges Propagandablatt, welches sich auf die eine oder andere Seite stellen würde. Aber manchmal sieht man eine etwas unterschiedliche Ausrichtung auch schon in kleinen Details.

Zum Beispiel aktuell, wenn StZ und StN von der Besetzung der Baustelle mit fast wortgleichen Artikeln berichten. Genau genommen finden sich drei Unterschiede.

Nummer 1:

Stuttgarter Zeitung Stuttgarter Nachrichten
Stuttgart – Mehrere hundert Stuttgart-21-Gegner haben nach der traditionellen Montagsdemonstration gegen das Bahnprojekt eine Baustelle gestürmt und dabei acht Polizisten leicht verletzt. Stuttgart – Mehrere hundert Stuttgart-21-Gegner haben nach der traditionellen „Montagsdemonstration“ gegen das Bahnprojekt eine Baustelle gestürmt und dabei acht Polizisten leicht verletzt.

Der Wortlaut ist derselbe. Nur übernimmt die StZ den Begriff „Montagsdemonstration“ unkritisch, während ihn die StN in Anführungszeichen setzt. Meines Erachtens zu Recht, da es schon sehr fragwürdig ist, für die Proteste gegen den Bahnhofsumbau den Begriff der Montagsdemonstrationen 1989/1990 in der DDR zu übernehmen. Einerseits, weil es doch etwas mehr Mut erforderte, in der DDR für seine Bürgerrechte einzustehen als in Stuttgart gegen einen Bahnhof zu sein. Andererseits, weil der Subtext, nach dem es auch hier um die Beseitigung einer Diktatur ginge, arg weit an der Realität vorbeigeht.

Der zweite Unterschied ist ähnlich subtil:

Stuttgarter Zeitung Stuttgarter Nachrichten
Der Sprecher für das Projekt, Wolfgang Dietrich, sagte: […] Der CDU-Fraktionschef Peter Hauk betonte: […] Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) müsse seine abwartende Haltung aufgeben und die Demonstranten zur Friedfertigkeit aufrufen. Auch Dietrich forderte Maßnahmen zur Deeskalation. […] „Man kann nicht einerseits der Bahn Verstöße gegen den Geist der Schlichtung vorwerfen, andererseits aber zu friedlichen Demonstrationen aufrufen – das ist ein Widerspruch in sich.“

 

Dagegen sprachen die „Parkschützer“, eine Gruppe von Aktivisten, von „gelöster Feierabendstimmung“, […]

Der Sprecher für das Projekt, Wolfgang Dietrich, sagte: […] Der CDU-Fraktionschef Peter Hauk betonte: […] Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) müsse seine abwartende Haltung aufgeben und die Demonstranten zur Friedfertigkeit aufrufen.

 

Auch Dietrich forderte Maßnahmen zur Deeskalation […] „Man kann nicht einerseits der Bahn Verstöße gegen den Geist der Schlichtung vorwerfen, andererseits aber zu friedlichen Demonstrationen aufrufen – das ist ein Widerspruch in sich.“ Dagegen sprachen die „Parkschützer“, eine Gruppe von Aktivisten, von „gelöster Feierabendstimmung“, […]

Die Wörter und sogar die Satzzeichen sind dieselben. Aber: Bei den Stuttgarter Nachrichten beginnen beide Absätze mit einer Aussage von Projektsprecher Wolfgang Dietrich, bei der Stuttgarter Zeitung bekommen die Parkschützer für ihre Aussage einen eigenen Absatz. Beiden Zeitungen ist keine einseitige Darstellung vorzuwerfen. Beim schnellen Überfliegen des Artikels ist es jedoch bei der StN deutlich wahrscheinlicher, dass man die Sichtweise der „Parkschützer“ überliest. CDU-Fraktionschef Peter Hauk steht bei beiden quasi unter „Ferner liefen“ und bekommt keinen eigenen Absatz spendiert.

Dafür bekommen – und das ist zu dem Zeitpunkt, als ich diesen Eintrag schreibe, der letzte Unterschied – die Polizisten, die bei dem Einsatz verletzt wurden, bei der Stuttgarter Zeitung einen Platz in der Überschrift – hier die Links zu den Artikeln:

Man sieht: Man kann seine Sympathien auch subtil zu erkennen geben. Bleibt die Frage, ob die Leser von solchen feinen Unterschieden bereits in ihrer Meinung beeinflusst werden…

Update: Inzwischen (am nächsten Morgen) haben offenbar die Redaktionen von StZ und StN ihre Artikel jeweils selbst erweitert und überarbeitet, sodass die Zahl der Unterschiede deutlich gewachsen ist. Bei aktuellen Ereignissen ist es bei beiden Zeitungen leider üblich, Artikel regelmäßig umzuschreiben, ohne die URL zu ändern oder Zwischenstände zu archivieren.

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Acht Seiten…

Statt dem üblichen Schmierzettel habe ich gerade acht Seiten Unterrichtsentwurf für 90 Minuten Unterricht produziert. Richtig: Nach den Pfingstferien steht meine Lehrprobeneinheit in Informatik an und ich nutze die Ferien, um schonmal möglichst viel davon vorzubereiten…

Das Thema lautet Rekursion und die drei Doppelstunden sollen laut meinem Stoffverteilungsplan folgendes beinhalten:

Di., 05.07.2011 Einführung in die Rekursion: Die Türme von Hanoi;
einfaches Beispiel für eine linear rekursive Funktion
Di., 12.07.2011 Turtle-Grafiken; Rekursive Prozeduren zur Grafikausgabe
Di., 19.07.2011 Rekursive Funktionen mit kaskadenförmiger Rekursion;
Vergleich von Rekursion und Iteration

Ende Juli (wenn dann hoffentlich alles geklappt hat) kann ich das Ganze auch gerne hier interessierten Informatiklehrern zur Verfügung stellen :)

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JU-Flyer im OB-Wahlkampf 2006

Flyer: Das hat der SPD-Kandidat geleistet: (Das Verbreiten der Überschrift dieser Postkarte wurde der Jungen Union durch eine einstweilige Verfügung untersagt)
Die ersten richtigen Flyer, die ich für die Junge Union Esslingen a. N. entworfen habe (damals noch mit Microsoft Publisher…) waren auch gleich die kontroversesten. Ziel war es, eine kleine Postkartenserie drucken zu lassen, die bewusst „angriffslustiger“ gestaltet war als die offiziellen Werbemittel des Kandidaten. Die erste Variante war zugegebenermaßen etwas plump, aber hatte wenigstens eine eindeutige Botschaft: Im Stil von Auto-Quartett-Karten wurden der von der CDU unterstützte Kandidat Rainer Rothfuß und – in Anspielung auf die SPD-Mitgliedschaft des Amtsinhabers – eine rote Socke gegenübergestellt.

Flyer: Du hast die Wahl: Rothfuß - Rote SockeLeider hielt sich die Begeisterung sowohl des Kandidaten als auch des damaligen CDU-Stadtverbandsvorsitzenden in Grenzen. Obwohl die ersten Reaktionen noch positiv gewesen waren, hatten beide wohl doch Bedenken, dass die Aktion eher zu negativer Publicity führen würde. So ließen wir die 1000 bereits gedruckten Postkarten mit dem ersten Motiv wieder einstampfen und sammelten neue Ideen.

Auch Variante zwei spielte naheliegender Weise auf den Nachnamen des Kandidaten an (was an dem Wahlkampf übrigens sehr anstrengend war: Die CDU ganz in rot und die SPD durfte in orange Wahlkampf machen…). Im Gegensatz zum ersten Motiv wurde jetzt der Gegenkandidat direkt benannt: Das Motto lautete „Rote Karte für Zieger – Rothfuß für Esslingen“. Das wurde von der CDU durchgewunken – weniger gut kam es freilich beim SPD-Kandidaten an (der aber auf die Junge Union ohnehin noch nie gut zu sprechen war).

JU-Mitglieder beim Verteilen der Flyer zur OB-Wahl, eine Woche vor der WahlNachdem wir den ersten Schwung an Karten vor dem Einkaufszentrum DAS ES! verteilt hatten, dauerte es daher auch nicht lange, bis uns im Auftrag des Oberbürgermeisters eine einstweilige Verfügung ins Haus flatterte. Immerhin: Von den insgesamt fünf Anträgen, durch die zwei der drei Postkarten verboten worden wären, ging vor Gericht nur ein einziger durch: Die Überschrift der dritten Postkarte, die den Wahrheitsgehalt von Ziegers Aussagen zu deutlich anzweifelte. Dagegen durfte die Junge Union (entgegen der weiteren Anträge auf einstweilige Verfügung) weiterhin behaupten,

  1. „Schuldenabbau und Rücklagenbildung wurden vom Gemeinderat gegen den Willen des Sozialdemokraten durchgesetzt“.
  2. Schulden der Stadt Esslingen seien „nur verschoben“ worden.
  3. Der Antragssteller habe „200000000 € Schulden versteckt“.
  4. „Die Schulden wurden nicht abgebaut, sondern einfach aus dem ‚offiziellen‘ Haushalt in die Eigenbetriebe der Stadt verschoben, um die Finanzlage schöner aussehen zu lassen“.

JU-Mitglieder beim Verteilen der Flyer zur OB-Wahl, am Tag vor der WahlEntsprechend standen wir also auch am Wochenende direkt vor der Wahl – die ganze Aktion hatte sich auf die letzten beiden Wochenenden beschränkt – mit unserem Infostand in der Bahnhofstraße, um immerhin noch zwei der drei Postkarten verteilen zu können. Geholfen hat es leider nichts – Rothfuß konnte zwar mit knapp 40 Prozent ein Ergebnis einfahren, das gegen einen Amtsinhaber wirklich respektabel ist. Leider kam dieser aber doch gleich im ersten Wahlgang über die 50-Prozent-Marke, sodass Esslingen wohl mindestens bis ins Jahr 2014 sozialdemokratisch regiert wird.

Was bleibt? Die Erinnerung an einen spannenden Wahlkampf, die Mahnung, künftig doch mal einen Juristen über unsere Verlautbarungen lesen zu lassen und erste Erfahrungen in der Gestaltung politischer Werbemittel.

Und hier gibts die drei Postkarten als PDF:

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Im Aufbau

Dieser Teil der Internetseite befindet sich noch im Aufbau. Bitte schaut demnächst noch einmal vorbei!

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PolitCamp 11

Der Bundesadler im provisorischen Bundestag im Wasserwerk zu Bonn
Album bei Flickr

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Hello world!

Alles noch sehr frisch hier. Und ich noch etwas am Basteln… Schaut euch solange schonmal die ersten Fotos an :) #pc11

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