„Junge Bürger für Schuhmacher“: OB-Wahlkampf 2007 in Filderstadt

Die nächste Flyeraktion nach dem Esslinger OB-Wahlkampf 2006, an der ich beteiligt war, war wieder Teil eines Oberbürgermeisterwahlkampfs und leider am Ende auch wieder erfolglos: Es ging um den Wahlkampf in Filderstadt und die am kurzfristigsten aufgelegte Kampagne, die ich bisher (mit) zu verantworten hatte.

Vorgeschichte: Patt im ersten Wahlgang

Im Gegensatz zum Esslinger Rothfuß-Wahlkampf stand diesmal nicht nur die CDU hinter dem Kandidaten: Auch die Freien Wähler und die FDP unterstützten den Bürgermeister von Spaichingen, Hans Georg Schuhmacher, bei seiner Kandidatur. Bis zum Wahltermin habe ich persönlich relativ wenig vom OB-Wahlkampf mitbekommen. Die Werbemittel waren mehr schlecht als recht, auf eine ordentliche Werbeagentur hatte man aus Kostengründen verzichtet und die Tage vor der Wahl war man hauptsächlich damit beschäftigt, unappetitlichen Gerüchten (im verlinkten Artikel ist unten eine Adresse mit weiteren Informationen aufgeführt) über Schuhmachers Familienleben und seine angebliche schlechte Amtsführung zu begegnen, die vom politischen Gegner mit Hilfe irgendwelcher Gemeinderäte, mit denen er es sich offenbar an seiner bisherigen Wirkungsstätte verscherzt hatte, gestreut worden waren. Soweit die Kurzfassung, vertieft hatte ich mich mit dem Wahlkampf nicht beschäftigt.

Trotzdem war ich aus Interesse (und in der Hoffnung auf ein Freigetränk ;-)) der Einladung zur Wahlparty am 08.07.2007 gefolgt. Dort lag zwar die SPD-Kandidatin knapp vorne, mit 48,31 % verfehlte sie jedoch die absolute Mehrheit (Schuhmacher kam auf 44,70 %). Es sollte also 14 Tage später einen zweiten Wahlgang geben. Und hier kam die Junge Union ins Spiel: Noch am Abend kam die Überlegung auf, eine Unterstützerplattform (ohne deutlich sichtbaren Parteibezug) ins Leben zu rufen, die den Namen „Junge Bürger für Schuhmacher“ tragen sollte. Ich erklärte mich bereit, auf die Schnelle etwas auf die Beine zu stellen.

Der Flyer: Von der ersten Idee zur Bestellung in unter 60 Stunden

Flyer: "Junge Bürger für Schuhmacher: Sieben gute Gründe, warum Du am 22.07. zur Wahl kommen solltest"

Schon am Montagnachmittag stand das Layout für den Unterstützerflyer und das grobe Konzept für die dazugehörige Homepage. Am Abend wurde ich dann Zeuge einer verhältnismäßig grauenvollen Strategiesitzung (rund 25 Personen aus drei Parteien saßen im Wahlkampfbüro – einem ehemaligen Friseursalon nahe des S-Bahnhofs Bernhausen – um einen Tisch und keiner ließ es sich nehmen, seine persönlichen Anregungen in meist epischer Breite auszuführen. Der Kandidat machte es genau richtig und erschien 90 Minuten nach Beginn), in deren Verlauf unser Konzept immerhin abgesegnet wurde. Bis am Dienstagabend waren die Unterstützer gefunden, am Mittwoch um 7:07 Uhr erreichte mich das letzte Foto für den Flyer und um 7:59 ging die Bestellung für 15.000 Flyer raus, die dann am Freitag geliefert und direkt von der JU FiLE verteilt wurden.

Rückseite des Flyers mit Gründen zur Unterstützung und dem Verweis auf die Homepage

Die Homepage: Auf der Suche nach Unterstützern

Mit billigen Tricks (leerer Umriss, um sich selbst in die Reihe stellen zu können; Zuordnung von Bildern zu Namen nicht auf dem Flyer) versuchten wir, vielleicht doch den ein oder anderen auf unsere Homepage zu bewegen. Die Zugriffszahlen blieben dennoch verhältnismäßig überschaubar. Die Homepage ging in ihrer ersten Fassung ebenfalls am Freitag online, im Lauf der folgenden Tage wurde noch eine ausführlichere „Unterstützer“-Galerie eingebunden, die allerdings nicht über neun Unterstützer (die ersten beiden gleich mal keine Filderstädter) hinausging.

Eine Kopie der Homepage habe ich hier online gestellt.

Das Konzept war sicherlich nichts grundlegend neues und in einigen Punkten verbesserungswürdig – zu Recht wurde angemerkt, dass „auch diese Seite … zu statisch angelegt“ war. Dafür, dass die Aktion ehrenamtlich ohne Vorbereitung innerhalb weniger Tage aufgebaut wurde, bin ich aber nach wie vor ganz zufrieden :)

Fazit: Das nächste Mal gleich im ersten Wahlgang

Auch die CDU war ihrerseits nicht untätig: Im zweiten Wahlkampf wurde endlich eine bekannte Werbeagentur angeheuert, es wurden noch einmal komplett neue Plakate gedruckt (dass diese ein komplett neues Gestaltungskonzept verfolgten störte mangels Konzept der ersten Werbemittel weniger). Dennoch reichte es leider bei weitem nicht dazu, dass der Kandidat nun hätte reüssieren können: Schuhmacher kam im zweiten Wahlgang nur noch auf 42,60 %, Dönig-Poppensieker erreichte mit 57,14 % deutlich die absolute Mehrheit. Hätten die CDU den Wahlkampf bereits im ersten Wahlgang so ernst genommen – vielleicht hätte es ja sogar geklappt. So blieb die Zahl der CDU-nahen Oberbürgermeister im Kreis Esslingen unverändert bei einem einzigen.

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